Tierheime helfen – und Sie können das auch!

Der Deutsche Tierschutzbund unterstützt als Dachorganisation in Deutschland mehr als 740 örtliche Tierschutzvereine mit rund 550 vereinseigenen Tierheimen bzw. Auffangstationen bei ihrem unermüdlichen Einsatz für die Tiere. Aus Sicht des Tierschutzes hat jedes Mitgeschöpf einen Anspruch auf Unversehrtheit und ein artgerechtes Leben. Die Tierheime in Deutschland sind eine wichtige Stütze, um dieses Ziel zu erreichen und ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Sie schließen mehr Bünde für das Leben als die Standesämter und leisten Tag für Tag praktische Tierschutzarbeit, damit die Tiere eine Chance auf ein besseres Leben bekommen. Dabei ist der Einsatz für die Tiere zum großen Teil ehrenamtlich. Tierheime geben Tieren ein vorübergehendes Zuhause und schenken ihnen die Liebe und Aufmerksamkeit, die sie brauchen. Dabei spielen Sonn- und Feiertage keine Rolle. Kein Tier in Not wird sitzengelassen.

© Deutscher Tierschutzbund e.V. / M. Marten

Die Aufgaben sind vielfältig

Neben den Fund- und Abgabetieren kümmern sich die Mitarbeiter*innen und ehrenamtlichen Helfer*innen im Tierheim auch um frei lebende Straßenkatzen, nehmen kurzfristig beschlagnahmte Tiere aus illegalen Welpenhandel-Fällen auf oder helfen auch mal bei Hochwasserkatastrophen, wenn Tiere gefährdet sind. Auch die immer häufiger vorkommenden Fälle von Animal Hoarding, dem krankhaften Sammeln von Tieren, sorgen für eine hohe Belastung bei den Tierheimen – emotional, personell und finanziell.

Die Arbeit für den Tierschutz ist mehr als nur ein Job: Sie erfordert ein großes Herz für Tiere, viel Fleiß, ein stabiles Nervenkostüm und schnelles Reaktionsvermögen, denn die in Not geratenen Schützlinge richten sich in der Regel nicht nach Öffnungszeiten. In einem Tierheim gehören Notfälle leider zur Tagesordnung. Immer wieder wenden sich Bürgerinnen und Bürger an das Tierheim, um Hilfe zu erhalten. Sei es bei verletzten Haus- oder Wildtieren oder weil Angehörige nach einem Todesfall ein neues Zuhause für ein hinterlassenes Tier suchen.

Jeden Tag müssen die Tiere versorgt werden. In der Regel warten die Vierbeiner schon sehnsüchtig auf die Fütterung, auf Bewegung und Beschäftigung. Zur täglichen Routine gehört auch der allmorgendliche Kontrollgang, um sicherzustellen, dass alle Tiere die Nacht gut überstanden haben. Die Hunde dürfen dann ins Freie, die Gehege werden gereinigt und gegebenenfalls desinfiziert. Nach den Reinigungsarbeiten und wenn alle Tiere versorgt sind, öffnet das Tierheim seine Pforten für Besucher und ehrenamtliche Helfer wie Gassigeher. Zu den Besuchern zählen neben Interessenten, die ein Tier adoptieren wollen, auch immer mehr Jugendgruppen und Schulklassen, die etwas über den praktischen Tierschutz lernen wollen. Dabei wird den Kindern und Jugendlichen in spielerischer Art und Weise ein artgerechter Umgang mit Tieren beigebracht.

© Deutscher Tierschutzbund e.V. / M. Marten

Tieradoptionen werden von den Tierheimmitarbeiter*innen sorgfältig vorbereitet. Jeder Adoption geht eine gründliche Aufklärung und ein mehrtägiges Kennenlernen voraus. So ist sichergestellt, dass ein Tier wirklich in verantwortungsvolle Hände kommt, die Chemie stimmt und Tier und Mensch wirklich gut zusammenpassen. Die Arbeit der Mitarbeiter*innen im Tierheim endet aber auch nach der Vermittlung des Tieres nicht. Sie führen Nachkontrollen durch und unterstützen, falls es Startprobleme mit dem neuen Familienmitglied geben sollte. Das Ziel ist es immer, eine dauerhafte Bleibe für die Vierbeiner zu finden. Darum ist ein ausführliches Kennenlernen vor der Adoption das A und O, damit es mit dem Bund fürs Leben klappt.

Neue (Tierschutz-) Helden braucht das Land

Die Tierheime sind auf die Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern angewiesen, da die tägliche Betreuung der Tiere sehr zeitintensiv ist. Dabei können Ehrenamtliche auf verschiedene Weisen helfen. So freuen sich die Tiere über jeden Gassigeher und jeden Katzenstreichler, der ihnen etwas Zuneigung schenkt. Aber auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit sind ehrenamtliche Helfer gern gesehen, um die Arbeit des Tierheims zu unterstützen und nach außen sichtbar zu machen. Wer handwerklich begabt ist, kann auch bei anfallenden Renovierungsarbeiten behilflich sein. Jede Hilfe ist willkommen.

Menschen, die selbst weniger anpacken können, sei es aus zeitlichen oder gesundheitlichen Gründen, können das Tierheim auch mit Sachspenden unterstützen: Futter, Handtücher oder Decken werden praktisch immer benötigt. Am besten man erkundigt sich vorab beim örtlichen Tierheim, was dringend gebraucht wird.

Wer finanziell helfen möchte, kann Tierheime mit einer Spende oder einer Mitgliedschaft im Tierschutzverein unterstützen. Viele Tierheime haben mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, auch weil die Spenden immer weiter einbrechen. Eine der Hauptursachen für die finanzielle Notlager vieler Tierheime ist jedoch, dass die Kommunen entstehende Kosten für die Betreuung von Fundtieren unzureichend erstatten. Laut dem Fundrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch sind die Kommunen eigentlich dazu verpflichtet, Fundsachen – und dazu zählen auch Fundtiere – für 6 Monate aufzubewahren. Die Kommunen geben diese Aufgabe ganz überwiegend aber an die privaten Tierheime ab. Allerdings erhalten nur 3% der Tierheime eine Kostenerstattung über die kompletten 6 Monate. 11% der befragten Tierheime erhalten eine Erstattung nur über 28 Tage, andere Kommunen zahlen nur einen Pauschalbetrag. Allen gemeinsam ist, dass die Zahlungen auch nicht annähernd kostendeckend sind. Über Jahrzehnte haben die Kommunen die Fundtieraufbewahrung zwar abgegeben, aber nicht ausreichend bezahlt. Dadurch mussten die Tierheime die entstehenden Kosten aus eigener Tasche – aus Spenden, Erbschaften und Mitgliedsbeiträgen – ausgleichen, die Kommune sozusagen aus Tierschutzgeldern „subventionieren“. Dabei geraten sie selbst an die Grenze des finanziell machbaren. Umso mehr sind sie auf Unterstützung tierlieber Menschen angewiesen.

Was Sie noch tun können

Auch mit einer Geldspende an den Deutschen Tierschutzbund kann man die Arbeit der Tierheime unterstützen. Als Dachverband unterstützt und fördert der Deutsche Tierschutzbund die Arbeit in den Tierheimen: ideell, etwa durch praktische Ratgeber und durch seine Rechts- und Tierheimberatung. Und finanziell, etwa durch den „Feuerwehrfonds“, mit dem der Dachverband im Notfall schnell und unbürokratisch helfen kann, zum Beispiel, wenn sehr viele und kranke Tiere auf einmal aufgenommen werden müssen, etwa bei Animal Hoarding.

Am Ende des Tages ist natürlich die Dankbarkeit in den Augen ihrer Schützlinge der größte Lohn für die anstrengende Arbeit für die vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen eines Tierheims.

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